21. März 2012

Financial-Fair-Play auf dem richtigen Weg

Fußballvereine in Spanien tragen eine Steuerschuld von 752 Millionen Euro. Darf das sein? Eigentlich nicht, dürfte der gesunde Menschenverstand sagen. Dazu kommen noch weitere Millionen Euro, die die Vereine bei Sozialversicherungen in der Kreide stehen. Insgesamt soll die Negativsumme knapp 1,3 Milliarden Euro betragen.  Im Raum steht ein Schuldenschnitt durch den spanischen Staat. Ein Unding für seriös wirtschaftende Vereine aus dem Ausland.

Kritische Stimmen aus dem Ausland
,,Das ist für mich ein Hammer, das ist für mich undenkbar“, sagte Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund kann dort nur anknüpfen: „Wenn das wirklich so kommen sollte, hätte ich dafür nul Komma null Verstädnis.“ Doch nun will die UEFA endlich eingreifen und Vereine bestrafen, die mit ihren nicht vorhandenen Millionen um sich werfen.

Fairplay? Wie funktionierts?
Ab dieser Saison greifen die Financial-Fairplay-Regelungen der UEFA. Der Umgang mit den Millionen wird nun von der UEFA kontrolliert. In den Spielzeiten 2011/12 bis 2012/13 dürfen die Klubs nur noch 45 Millionen Euro Schulden anhäufen. Übersteigt die Schuldenlast diesen Wert, drohen ab 2013/14 Sanktionen, wie zum Beispiel der Auschluss aus den euroäischen Wettbewerben.

Pleitegeier über der Premier League
Doch nicht nur Spaniens Vereine haben so ihre Probleme mit dem Geld. Auch über Großbritanien kreist ein Schwarm Pleitegeier. Prominentester Patient dürften wohl die Glasgow Rangers sein. Auch Portsmouth aus der zweiten Liga kann seine Verbindlichkeiten wohl nicht länger bezahlen. Hinter verschlossenen Türen soll gemunkelt werden, dass noch mindestens acht weitere Klubs der Premier League nicht besser da stehen als Portsmouth oder die Rangers. Im vergangenen Jahr sammelten die Vereine der Premier League ein Minus von insgesamt 484 Millionen Pfund an. Manchester City führt diese Rangliste mit eit erneutem Rekordverlust von 232 Millionen Euro an.

Richtige Ansätze vorhanden
Dabei sind die Probleme eigentlich hausgemacht und unnötig. In der vergangenen Saison pilgerten 13,4 Millionen Zuschauer in die verschiedenen Stadien, sogar die zweite Liga war noch Magnet für 9,6 Millionen Zuschauer und steht damit vor der italienischen Serie A.  Dazu kommen noch die massiven Gewinne aus der Fernsehübertragungen für In- und Ausland. Ein gutes Zeichen sendeten dabei die Klubs im letzten Transferfenster: Von 250 Millionen Pfund sanken die Ausgaben für Spielertransfers in diesem Jahr auf 50 Millionen Pfund.

Fairplay in der EU rechtens
Das Financial-Fairplay nimmt dabei im Hintergrund immer stärker Form an. In dieser Woche segnete Joaquin Almunia, Vizepräsident der Europäischen Kommission und EU-Kommissar für Wettbewerb, die neue Regelung ab. Damit entspricht das Financial-Fairplay dem EU-Recht. „Ich bin hocherfreut, dass die UEFA und die Europäische Kommission gemeinsam diesen entscheidenden Schritt gegangen sind, um eine blühende und stabile Zukunft für den europäischen Fußball und die europäische Fußballgemeinde im Allgemeinen zu sichern“, erklärte UEFA-Präsident Platini. Almunia sagte zudem: „Ich unterstütze die Ziele der Vorschriften der UEFA zum finanziellen Fairplay in vollem Umfang, da ich glaube, dass Fußballclubs auf einem soliden finanziellen Fundament stehen müssen.“

Großer Gewinner Bundesliga?
Das Fairplay geht mit einer Verpflichtung der Klubs einher, eine ausgeglichene Buchführung über einen bestimmten Zeitraum vorweisen zu können. Die Devise: Wir können nicht mehr ausgeben, als wir einnehmen. Gelingt dies nicht, droht ein Ausschluss aus Champions- oder Europa League. Nutznießer dieser Regelung könnte vor allem der deutsche Fußball werden. Statt übertriebenen Gehältern und riesigen Transfersummen floss das Geld in der Vergangenheit in eigene Akademien und die Infrastruktur. Es bleibt nur zu hoffen, dass die UEFA ihren strengen Kurs auch beibehält und nicht unte dem Druck der großen Fußball-Ligen zusammenbricht.

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