Am Sonntagabend war der Jubel in einem afrikanischen Land besonders
groß. Der Underdog aus Sambia besiegte den deutlichen Favoriten
Elfenbeinküste im Endspiel des Afrika-Cups 2012 nach Elfmeterschiessen
mit 8:7.
Die Chipolopolo (steht für Gewehrkugeln) stemmten an diesem 12. Februar 2012 den ersten Pokal überhaupt in der Nationalmannschaftsgeschichte in den Abendhimmel von Libreville. Nach einer taktisch hoch disziplinierten Leistung hielten die Grün-Schwarzen den Gegner rund um die Premier-League-Stars Didier Drogba und Yaya Touré 90 Minuten in Schach. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit hatte der
Die Chipolopolo (steht für Gewehrkugeln) stemmten an diesem 12. Februar 2012 den ersten Pokal überhaupt in der Nationalmannschaftsgeschichte in den Abendhimmel von Libreville. Nach einer taktisch hoch disziplinierten Leistung hielten die Grün-Schwarzen den Gegner rund um die Premier-League-Stars Didier Drogba und Yaya Touré 90 Minuten in Schach. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit hatte der
Das Idol wankt erneut
Auf der Seite der Ivorer war die Enttäuschung groß. Vor allem dem Star der Mannschaft, Didier Drogba, wird dieser Abend noch lange in Erinnerung bleiben. Er hatte die Chance dieses Finale vor Ablauf der 90 Minuten zu entscheiden. 70. Spielminute: Nach einem Foul im sambischen Strafraum entschied Schiedsrichter Badara Diatta auf Strafstoß. Drogba läuft an und schießt die Kugel über das Tor von Kennedy Mweene. Am Ende wieder kein Titel für das Idol von der Elfenbeinküste. Schon im Endspiel um die Afrika-Meisterschaft im Jahr 2006 gegen Ägypten hatte Drogba im entscheidenden Nerven gezeigt und war vom Punkt gescheitert. Im nächsten Jahr hat der 34-jährige Stürmer die nächste Chance endlich einen Titel für sein Land in die Hauptstadt Yamoussoukro zu bringen.
Mit viel Kampf und Disziplin zum Titel
Hinter dem Sieg Sambias steht ein einfaches Rezept. Statt Profifußballern, die ihr Geld in Europa verdienen, besteht die Chipolopolo fast ausschließlich aus Spielern, die in ihrer Heimat kicken. Einzig der 21-jährige Stürmer Emmanuel Mayuka spielt in Europa bei den Young Boys Bern. Dazu passt auch die Geschichte des 43-jährigen französischen Trainers Hervé Renard: Nach seiner Karriere als aktiver Profi in der dritten französischen Liga trainierte er französische Amateurmannschaften und putzte Bürogebäude, um über die Runden zu kommen. Claude Le Roy nahm Renard in sein Trainerteam auf. 2008 verließen die beiden die Nationalmannschaft von Ghana und Renard heuerte bei den Grün-Schwarzen an.. Sein Erfolgsrezept: ,, Unsere Fußballer spielen nicht bei großen Klubs. Aber sie haben ein großes Herz und eine großartige Zukunft vor sich.“
„In Gedenken an 1993 - ihr spielt zu Hause"
Mit dem Afrika-Pokal in den Händen gab für das Nationalteam kein Halten mehr. An der Eckfahne gingen die Kicker auf die Knie und waren in Gedanken bei ihren Kollegen, die den Titelgewinn nicht mehr miterleben konnten. Fast vor 19 Jahren, am 27. April 1993 kam die gesamte sambische Nationalmannschaft bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Auf dem Weg zum WM-Qualifikationsspiel im Senegal mussten die „goldene Generation“ in Libreville einen Zwischenstopp zum Auftanken der Maschine einlegen. Wenige Minuten nach dem erneuten Start stürzte die Maschine vom Typ DHC-5D-Buffalo ab, alle Insassen waren tot.
Mittendrin war Kalusha Bwalya. Er gilt als Volksheld, einer der besten Fußballer in der Geschichte des afrikanischen Staats und ist mittlerweile Präsident des sambischen Fußballverbandes. Er und zwei weitere Spieler waren damals dem Unglück entkommen, weil sie ihr Geld in Europa verdienten und die Flugroute von Amsterdam nach Dakar wählten. Im Vorfeld der emotionalen Partie gab sich Bwalya immer noch eine Teilschuld: ,,Die Spieler waren 1993 an Bord, um sich und unserem Land einen Traum zu erfüllen. Genau das wollten wir dieses Mal auch. Mit dem Unterschied, dass wir am Leben sind.“
Vom Underdog zum Helden
Am Montag feierte das gesamte Land seine Helden. 200. 000 Fans erwarteten die Mannschaft am Flughafen der sambischen Hauptstadt Lusaka. Angeführt vom Kapitän Christopher Katongo, stieg die Mannschaft aus dem Flieger. Der Spieler, der bei Arminia Bielefeld von 2008 bis 2010 nach dem Durchbruch suchte, ist nun einer der Helden einer neuen sambischen Generation.
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