13. März 2012

Saison auf des Messers Schneide

Für den FC Bayern beginnen mit der Partie heute abend  (20:45) gegen den FC Basel die Wochen der Wahrheit. Im Achtelfinale der Champions League muss der große FCB gegen den kleinen FCB aus der Schweiz einen 0:1-Rückstand wett machen. Da kommt den Münchnern die momentan aufkommende Aufbruchstimmung gerade recht.
Schützenfest
So hatte man die Bayern lange nicht mehr gesehen. Nach der 7:1-Bestrafung der Bajuwaren für das Fußballdorf Hoffenheim kamen die Spieler und Verantwortlichen aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus. „Wir müssen diese Euphorie von heute mitnehmen in diese Partie“, sagte Mario Gomez nach der Partie. Für den Angreifer war das Spiel eine Art Befreiung. Nach drei Bundesliga-Auftritten ohne Torerfolg gelangen dem Nationalstürmer, selbst mit dem Loch im Schienbein und einer schmerzenden Hüfte, die Saisontore 19,20 und 21. Trainer Jupp Heynckes sprach davon, dass sich seine Mannschaft „in einen Rausch gespielt“ habe. Also kann Basel kommen?
Mannschaft nicht mehr kopflos
Ein einzelner Spieler glänzte jedoch mehr als das Schützenfest gegen Hoffenheim. Der Chef ist zurück an Bord. Und damit steht dem Weiterkommen der Bayern eigentlich nichts mehr im Weg. Wie schon nach der Verletzung am Schlüsselbein brachen die Bayern auch nach dem erneuten Ausfall von Bastian Schweinsteiger - im DFB-Pokal-Spiel gegen den VfB Stuttgart - ein. Aber nun ist der Kopf der Mannschaft wieder dabei. Auch wenn Philipp Lahm die Kapitänsbinde beim deutschen Rekordmeister trägt, den Ton gibt Schweinsteiger an.
Siegertyp
Als verlängerter Arm des Trainers auf dem Spielfeld hat Schweinsteiger eine besondere Position inne. Nach der 1:0-Niederlage in Basel wurde Heynckes gefragt, was die Ursache für die stetigen Leistungsschwankungen bei den Bayern seien. Obwohl Schweinsteiger in der Frage nicht erwähnt wurde entwortete der Bayern-Coach: „Ja, Schweinsteiger sei wichtig, aber eine Mannschaft wieder FC Bayern müsse das kompensieren können.“ Scheinbar fällt das den Bayern schwerer als gedacht. Der Rekordmeister ist nicht so stark abhängig von Schweinsteiger, wie zum Beispiel die Bremer von den Toren von Angreifer Pizaro, aber wenn der Kopf der Mannschaft fehlt, macht sich das bemerkbar. In den letzten Wochen zeigte Heynckes immer wieder auf, dass er Schweini auf einer Stufe mit den Welt- und Europameistern Xavi und Andrés Iniesta oder Sergio Busquets steht. Ein wahrer Siegertyp, der die Bayern nun wieder an die Spitze führen soll. Sowohl in der Bundesliga als auch auf dem Weg ins Champions League-Endspiel in der heimischen Allianz-Arena.

Kriegt Dortmund weiche Knie?
Das bayrische Selbstverständnis wächst. Nach dem 0:0 des Tabellenführers Dortmund gegen den Aufsteiger Augsburg sind die Münchner wieder in Schlagdistanz. Auf fünf Punkte hat sich der ungewohnte Jäger rangepirscht und hofft nun auf weitere Ausrutscher des Meisters. Bei neun ausstehenden Partien ist das letzte Wort um die Meisterschaft noch nicht gesprochen. Kommt Dortmund aus dem Tritt, werden die Bayern gierig warten. Der Saison kann der Rekordmeister noch seinen Stempel aufdrücken. Doch dazu müssen Siege in der Liga, der Champions League und dem DFB Pokal her. Heynckes gibt sich kämpferisch: „ Ich habe noch nie etwas aufgegeben. Weder in der Meisterschaft noch in der Champions League oder im Pokal.“

Erster Schritt zur gelungenen Saison
Den Anfang sollten die Bayern also heute abend machen. Nach der durchwachsenen Partie in Basel gilt es nun den 1:0-Rückstand umzubiegen. Generell präsentieren sich die Roten in dieser Saison gewohnt heimstark, ein Sieg und der Einzug in das Viertelfinale scheint nicht abwägig. Die weiterhin große Unbekannte in dieser Rechnung ist der FC Basel. Im Hinspiel kann sich der FC Bayern noch glücklich schätzen, nur mit 1:0 nach Hause gefahren zu sein. Mehrfach hatten die Schweizer um die ehemaligen Bundesliga Angreifer Alex Frei und Marco Streller die Gelegenheit schon früher zu führen. Basels Trainer, Heiko Vogel, zeigt sich von der Leistung der Bayern am Wochenende unbeeindruckt: „Es ist ein ungewöhnliches Ergebnis. Aber die Höhe des Sieges beeindruckt mich nicht. Sieben Bayern-Tore in einem Spiel machen mir überhaupt keine Angst."


Mein Tipp: Mit Schweinsteiger und einer ähnlichen Form wie am Wochenende endet das Abenteuer Champions League heute abend für den kleinen FCB aus der Schweiz. Basel hat sich zu Hause teuer verkauft, aber die Bayern werden es sich im Heimspiel nicht nehmen lassen die Partie zu drehen. Am Ende zieht der deutsche Rekordmeister deutlich mit einem 3:0-Sieg in die nächste Runde.

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