Lange Zeit galt in dieser Saison der FC Basel als Zeichen für den Aufstieg des Schweizer Fußballs. Zu beeindruckend waren der 3:1-Erfolg gegen Manchester United und das Erreichen des Achtelfinales. Nach dem 1:0-Sieg gegen die Bayern im Hinspiel des Achtelfinales der Champions League zeigten die Schweizer erneut eine ansprechende Leistung und stürtzten die Bayern in eine Mini-Krise. Mit dem 7:0 in München sind die Bewohner der Alpennation wieder zurück auf dem Boden der Tatsachen. Ein Blick auf die eigene Liga wirft dabei große Fragezeichen im Hinblick auf die Zukunft der Schweizer Super League.
Finanzlöcher groß wie der Bodensee
In dieser Saison überschlagen sich die Ereignisse. Der letztjährige Pokalfinalist Xamax Neuchatel ist insolvent gegangen und wurde mit dem Lizenzentzug bestraft, dem Pokalsieger FC Sion wurden 36 Punkte – wegen dem Einsatz nicht spielberechtigter Spieler - abgezogen und steht damit mit zwei mageren Pünktchen am Tabellenende. Und auch Vize-Meister Servette Genf kann zunächst nur durch eine Finanzspritze eines kanadischen Geschäftsmannes gerettet werden. Insgesamt wirft die finanzielle Lage ein düsteres Bild über den Schweizer Fußball. Fast ein Drittel aller Vereine in der Liga sollen schon kurz vor der Pleite stehen.
Finanzlöcher groß wie der Bodensee
In dieser Saison überschlagen sich die Ereignisse. Der letztjährige Pokalfinalist Xamax Neuchatel ist insolvent gegangen und wurde mit dem Lizenzentzug bestraft, dem Pokalsieger FC Sion wurden 36 Punkte – wegen dem Einsatz nicht spielberechtigter Spieler - abgezogen und steht damit mit zwei mageren Pünktchen am Tabellenende. Und auch Vize-Meister Servette Genf kann zunächst nur durch eine Finanzspritze eines kanadischen Geschäftsmannes gerettet werden. Insgesamt wirft die finanzielle Lage ein düsteres Bild über den Schweizer Fußball. Fast ein Drittel aller Vereine in der Liga sollen schon kurz vor der Pleite stehen.
Alle Macht dem Investor
Die Gründe für diese Misswirtschaft sind bei den Schweizern leicht zu finden. Anders als in Deutschland, wo die 50+1-Regelung eine komplette Vereinsübernahme durch einen Investor verhindert, besteht solch eine Regel in der Schweizer Super League nicht. Wie in Russland und England träumten die kleinen Vereine in der Schweiz von schnellem Erfolg, riesigen Investitionen und der dauerhaften Teilnahme am internationalen Spitzenfußball. Aber nicht jeder Investor ist ein Roman Abramowitsch, der für „seinen“ Verein alles geben und bezahlen würde. Diese schmerzliche Fehleinschätzung musste zuletzt Servette Genf bemerken.
Die Gründe für diese Misswirtschaft sind bei den Schweizern leicht zu finden. Anders als in Deutschland, wo die 50+1-Regelung eine komplette Vereinsübernahme durch einen Investor verhindert, besteht solch eine Regel in der Schweizer Super League nicht. Wie in Russland und England träumten die kleinen Vereine in der Schweiz von schnellem Erfolg, riesigen Investitionen und der dauerhaften Teilnahme am internationalen Spitzenfußball. Aber nicht jeder Investor ist ein Roman Abramowitsch, der für „seinen“ Verein alles geben und bezahlen würde. Diese schmerzliche Fehleinschätzung musste zuletzt Servette Genf bemerken.
Schulden statt Finale
„2018 gewinnen wir die Champions League!“ So tönte Genf-Investor Majid Pishyar nach seinem Amtsantritt. Vor zwei Wochen stellte der Iraner einen Insolvenzantrag für den Verein und verschwand nach vier Jahren als Präsident und Alleinaktionär durch die Katakomben des Stade de Genève. Lange Zeit pumpte Pishyar mehr als 500.000 Franken im Monat in den Verein – behauptet er. Und nun müssen die Schweizer seine Hinterlassenschaften aus dem Weg räumen. Auf knapp drei Millionen Franken sollen sich die Schulden belaufen, nun soll Hugh Quennec, der eigentlich eher mit dem Genfer Eishockey verbunden wird, den Verein aus der finanziellen Krise holen.
Der Iranische Wanderer
Pishyar ist kein unbeschriebenes Blatt in der Welt der Klubeigner. Schon im Jahr 2004 kaufte er den Österreichischen Verein Admira Wacker Mödling, um dort eine neue Fußballhauptstadt zu errichten. Viele Große Worte und ein krachender Abgang blieben. Nur vier Jahre später war der Unterschied zwischen Anspruch und Illusion weiter aufgerissen als erwartet. Der Verein war insolvent und musste einen Neuanfang in der dritten Liga starten. Der 57-jährige Iraner war beim ersten Klopfen des Insolvenzverwalters verschwunden.
Weiter südwestlich erkennen wir das gleich Vorgehen beim portugiesischen Erstligisten SC Beira Mar. Wieder große Versprechen, kurzzeitig hohes Interesse aber schon bald stellte sich auch dort die Zahlungsmoral des Investors ein. Ähnlich wie Genf und Mödling steht Beira Mar finanziell auf verlorenem Posten.
Weiter südwestlich erkennen wir das gleich Vorgehen beim portugiesischen Erstligisten SC Beira Mar. Wieder große Versprechen, kurzzeitig hohes Interesse aber schon bald stellte sich auch dort die Zahlungsmoral des Investors ein. Ähnlich wie Genf und Mödling steht Beira Mar finanziell auf verlorenem Posten.
Knast oder Ruhm?
Noch schlimmer sieht das Bild in Neuchatel aus. Dort ist der Tschetschene Bulat Tschagajew an der Macht. Seine „Erfolgsbilanz“: Lizenzentzug für den ehemaligen Pokalfinalist. Nun sitzt Tschagajew bis Mitte April in Untersuchungshaft, die Anklage heißt „ungetreue Geschäftsführung“. Der Einspruch gegen den Lizenzentzug scheiterte, Neuchatel muss als erster Abstieger den Gang in die tiefklassige Liga antreten.
Dabei hat sich der Tschetschene wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Zwei Bankbürgschaften, die seinen „Zahlungskraft“ belegen sollten waren gefälscht. Einfache Rechtschreibfehler und ein nichtmal schulfähiges Englisch eines Mittelstufen-Schülers machten die Genfer Staatsanwaltschaft stutzig.
Dabei hat sich der Tschetschene wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Zwei Bankbürgschaften, die seinen „Zahlungskraft“ belegen sollten waren gefälscht. Einfache Rechtschreibfehler und ein nichtmal schulfähiges Englisch eines Mittelstufen-Schülers machten die Genfer Staatsanwaltschaft stutzig.
Ergebnis der Untersuchung: Knapp sechs Millionen Franken Schulden stehen nach seiner Amtszeit beim ehemaligen Schweizer Erstligist zu buche.
Auch seine Eingriffe in die sportlichen Bereiche des Klubs sind berühmt-berüchtigt. Die ersten beiden Partien als Geschäftsführer von Xamax gingen verloren, prompt entließ er die Mitarbeiter der Geschäftstelle, den Trainerstab, den Sportdirektor plus den Präsidenten. Fünf Monate später waren fünf Trainer verschlissen worden.
Vom Titelanwärter zum Fast-Absteiger
Zum Glück herrschen solch chaotische Zustände bei Neuchatel, dürften sich die Verantwortlichen des FC Sion gedacht haben. Ohne die Mithilfe der schon als Absteiger feststehenden Mannschaft aus Neuchatel, wäre der FC Sion wahrscheinlich erster Absteiger. Ende 2011 wurden dem bis dahin um den Titel mitspielenden Verein 36 Punkte abgezogen. Eine von der FIFA auferlegte Transfersperre wurde missachtet und die abgezogenen Punkte beförderten den FC auf den Relegationsplatz – im negativen Sinne. Zuvor hatten sich Sion-Präsiedent Christian Constantin und die FIFA massiv gestritten. Nun droht Sion der nächste Ärger, dieses Mal mit der Schweizer Fußball Liga. Im Heimspiel gegen Servette Genf trat der FC mit politischer Trikotwerbung auf. Mit dem Slogan „Tourismus = Arbeit. Fairplay bitte“ auf ihren Weiß-Roten Shirts wollte der Schweizer Klub auf die Abstimmung um ein Zweitwohnungsgesetz aufmerksam machen. Im Vorfeld der Partie war ihnen das untersagt worden. Nun droht eine harte Geldstrafe oder der erneute Abzug von Punkten im Ligabetrieb.
Vorbild Bundesliga
Bevor die Saison in der Alpennation nun mit nur acht von ursprünglich zehn Mannschaften zu ende geht, soll nun eine Lösung für das Problem der Verblendung und Übernahme durch ausländische Investoren her. Und damit schliesst sich der Kreis. Ähnlich wie in Deutschland soll eine 50+1-Regelung in Kraft treten, damit sich das Debakel aus der Saison 2011/2012 nicht wiederholt. Nun ist die Schweizer Super League gefordert. Der Imageschaden für die Fußballliga ist wohl kaum wieder rückgängig zu machen.
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